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Die Geschichte der Feuerwehr Sudweyhe

 

Gründung    Bis 1933    Nationalsozialismus    Bis zur Kommunalreform    Bis heute

Erstes bekanntes Gruppenfoto der Ortsfeuerwehr Sudweyhe aus dem Jahre 1914 (die Aufnahme wurde vor dem Haus des Hauptmanns J. Glade gemacht, heute Ecke Sudweyher Straße/Finterei bei Bösche):

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Hoch zu Ross: J. und A. Drücker, hinten von links: A. Siemer, H. Böttcher, H. Wetjen, F. Dörgeloh, H. Riechers, H. v. Weyhe, H. Jakob, H. Eggers, davor: J. Garbs, J. Steinbeck, H. Glade, D. Osterloh, vorne: J. Glade (Hauptmann), H. Bösche, H. Baade, H. Wetjen, H. Schierenbeck, J. Sengstake, J. H. Kehlenbeck, J. H. Dörgeloh, J. Meyer, H. Mühlenbruch, J. Precht, J. Meyer, A. Siemer, D. Oetjen (Stv. Hauptmann), H. Budelmann, A. Otto

 

Gründung im Jahr 1902

Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sudweyhe am 2. März 1902 wurde ein vollkommen neuer Abschnitt der Brandbekämpfung in der damaligen Gemeinde Sudweyhe begonnen:

Es stellten sich erstmalig Männer (Frauen waren zu dem Zeitpunkt natürlich noch kein Thema) freiwillig zur Verfügung, „welche die Ehrenpflicht haben, sich durch regelmäßige Uebungen bei militärischer Disziplin, die Gewandtheit, den Muth und die Ruhe anzueignen, die nöthig sind, um bei Feuersgefahr möglichst rasch und in zweckmäßiger Weise Hülfe leisten zu können.“ So ist es in den ersten Statuten festgelegt, die an diesem Tage von 30 Bürgern der Gemeinde Sudweyhe unterschrieben wurden. Weiter heißt es in diesen Statuten:

„Die freiwillige Feuerwehr hat den Zweck, die Errichtung einer Gemeinde-Pflicht-Feuerwehr für die Gemeinde Sudweyhe entbehrlich zu machen, übernimmt die Einrichtung der im §1 der Polizei-Verordnung vorgeschriebenen Abtheilungen

a. zur Bedinung der Spritzen,

b. zur Ausübung des Steigerdienstes, sowie zum Retten von Menschen, Vieh und Habe,

c. zur Herbeischaffung des Wassers,

d. zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Bewachung geretteter Sachen und bildet die vorgeschriebene Ortsfeuerwehr.“

Damit wurden alle anderen männlichen Bürger von der Verpflichtung entbunden, einer Pflicht-Feuerwehr anzugehören. Bei dieser Gründungsversammlung wurde der Gemeindevorsteher J. H. Wendt zum Hauptmann und zu seinem Stellvertreter J. Glade gewählt.

Als Löschgerät hatte man eine pferdebespannte Handdruckspritze. Für die weitere Ausrüstung musste noch gesorgt werden, wie aus einer Niederschrift vom 15.06.1902 hervorgeht: „II. Beschaffung der Uniformen und Signalhörner. Es wurden aus der Versammlung 4 Mitglieder gewählt, welche die Beschaffung der Uniformen etc. in die Hand nehmen ...“Auf der gleichen Versammlung wurde auch beschlossen, dem Feuerwehrverband für die Provinz Hannover beizutreten, einer Einrichtung, die die Belange der Feuerwehren gegenüber der Regierung und anderen Instituten vertrat. Das damalige Spritzenhaus stand an der Ecke der heutigen Straßen Zur Reithalle/Sudweyher Straße. Es war gerade groß genug, um die Spritze unterzubringen, ein Fachwerkbau mit Ziegeldach.

 

Bis 1933

Im Jahre 1909 wurde die Gemeinde gebeten, für „durchaus notwendige Ausgaben einen einmaligen Zuschuß zu gewähren“, scheinbar auch mit Erfolg, denn im Jahr 1910 wurde über die Anschaffung eines Schlauchwagens beraten, der vom Kameraden Stellmachermeister Alberring angefertigt werden soll. 

Anfang 1911 tritt der Hauptmann Wendt zurück, seine Stelle nimmt der bisherige Stellvertreter Johann Glade ein. Neuer Stellvertreter wird Dietrich Oetjen. 

Im ersten Weltkrieg fielen sehr viele Kameraden, unter anderem auch der Vizehauptmann Dietrich Oetjen. Es wurde ein Hilfszug in Ahausen aufgestellt, dem die kleinere von  jetzt zwei Spritzen zur Verfügung gestellt wurde. Dietrich Bösche wurde der Führer dieses Zuges, Hinrich Lehmkuhl dessen Stellvertreter. Zum Vize-Hauptmann wurde August Siemer gewählt, während Friedrich Wittrock Zugführer beim I. Zug wurde.

1920 zählt die Wehr 44 Mitglieder, davon 10 in Ahausen. Einschließlich der Ahauser Wehrmänner sind vier Züge aufgestellt. Im selbem Jahr wurde ein Spritzenhaus gegenüber der damaligen Ahauser Schule errichtet.

Am 21. Oktober 1922 trat der Hauptmann Johann Glade zurück, nachdem er über 20 Jahre in führender Funktion der Feuerwehr gedient hatte. Seine Stelle nahm Friedrich Wittrock, Sohn des Mitbegründers Heinrich Wittrock, ein. Bei den weiteren Wahlen wurde Hermann Warnken Vizehauptmann.

1927 wurden die ersten „Minimax-Löscher“ beschafft. Für die Bedienung dieser Geräte wurde eigens ein „Stoßtrupp“ gebildet. Die Löscher wurden in den Wohnungen der jeweiligen Männer des Stoßtrupps aufbewahrt. Die Alarmierung der Feuerwehrleute erfolgte aber noch nach wie vor durch Alarm-Hörner. 

1929 trat der Hauptmann Friedrich Wittrock zurück. Seine Stelle wurde von Hermann von Weyhe eingenommen.

1930 wurde in Anwesenheit des Kreisbrandmeisters Busch das gesamte Kommando neu gewählt. Neuer Hauptmann, ab diesem Zeitpunkt als „Brandmeister“ bezeichnet, wird in geheimer Wahl Heinrich Oetjen, der die Feuerwehr Sudweyhe 25 Jahr leiten wird. Zum Stellvertreter wird Hermann Warnken gewählt.

1931 scheidet der stellvertretende Brandmeister Hermann Warnken wegen Wohnungswechsel aus. Neuer Stellvertreter wird der frühere Hauptmann Friedrich Wittrock.

 

Die Zeit des Nationalsozialismus

Schon bald nach der sogenannten „Machtübernahme“ durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 sind die Auswirkungen auch bei der Freiwilligen Feuerwehr zu spüren. Anfang 1934 muss eine neue Satzung angenommen werden, in der viel von „opferwilliger Gefolgschaft im Sinne des nationalsozialistischen Staates, Gehorsam gegenüber dem Führer“ u. ä. die Rede ist, aber praktisch nichts mehr übrig blieb für das demokratische Selbstbestimmungsrecht innerhalb der Wehr. Das bisherige „Kommando“, das von den Mitgliedern gewählt wurde, wird nach dieser neuen Satzung umbenannt in „Führerrat“ und dieser wird nicht mehr gewählt, sondern „im Einvernehmen mit dem Ortspolizeiverwalter, dem Kreisfeuerwehrführer und dem Führer des Provinzialfeuerwehrverbandes aus den Reihen der Mitglieder ernannt und abberufen.“ Durch den Landrat des Kreises werden am 10.01.1935 8 Mitglieder der Ortsfeuerwehr Sudweyhe, u. a. auch der Brandmeister Heinrich Oetjen, zu Hilfspolizeibeamten ernannt. Dieses ist eine Auswirkung des neuen Feuerlöschgesetzes vom Febr. 1934.

Anfang 1939 werden von den Gemeinden Sudweyhe und Kirchweyhe Verhandlungen über die Anschaffung einer gemeinsamen „Motorspritze“ geführt, die aber schließlich zu dem Ergebnis führten, daß es besser sei, wenn jede Wehr ein modernes Löschfahrzeug erhalten würde.

Mit der Verschärfung des Luft- und Bombenkrieges steigerte sich zunehmend auch die Zahl der gefahrenen Einsätze, die ihren Höhepunkt in den Jahren 1943 bis 1945 erreichten, als auch nach den Bombenangriffen auf die Stadt Bremen laufend die Sudweyher Feuerwehr mit ausrücken musste, um noch mit zu retten, was noch irgend zu retten war. Selbst bis in die Nähe Hannovers, nach Misburg, rückten die Sudweyher, zusammen mit anderen Wehren des Kreises, noch aus.

Ab 1943 unterstehen die Feuerwehren der „SS- und Polizeigerichtsbarkeit“ und unterliegen damit auch den Militärstrafgesetzen.  

Nach Beendigung des II. Weltkrieges stand die Feuerwehr Sudweyhe praktisch vor dem Nichts. Viele Kameraden waren gefallen, eine Reihe noch in Kriegsgefangenschaft. Die Motorspritze war von der englischen Besatzungsmacht vereinnahmt worden. Unter Bemühungen einiger Feuerwehrmänner und der Gemeinde gelang es, eine zwar nicht neue, aber noch brauchbare Motorspritze zu beschaffen.

 

Bis zur Kommunalreform

Auf der ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg am 09. Oktober 1945 wurde Heinrich Bomhoff zum stellv. Gemeindebrandmeister gewählt. Heinrich Oetjen bleibt weiterhin Brandmeister der Wehr.

Am 11.04.1952 konnte das neue Gerätehaus, welches auf einem Teilgelände der Landwirtschaflichten Bezugs- und Absatzgenossenschaft Sudweyhe erbaut wurde, gerichtet werden. An 11.05.1952 anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Wehr wurde das Gerätehaus seiner neuen Bestimmung zugeführt.

Am 08.01.1955 legte Heinrich Oetjen sein Amt als Gemeindebrandmeister nieder. Als sein Nachfolger wird in geheimer Abstimmung Heinrich Wittrock gewählt.

1956 bekam die Wehr eine neue Tragkraftspritze. 1960 wurde ein neues Löschfahrzeug (LF 8) an die Wehr ausgeliefert, gleichfalls als Ersatz für das fast 20 Jahre alte bisherige Fahrzeug. Dieses Fahrzeug war erstmalig auch mit eingebauter Vorbaupumpe versehen.

1962 wird von der Gemeinde Sudweyhe ein Tragkraftspritzen-Fahrzeug (TSF) beschafft, das den bisherigen „Spritzenanhänger“ ersetzt. 1964 werden zunächst zwei Atemschutzgeräte (Preßluftatmer) beschafft. In den Jahren 1966 und 1967 Beschaffung der ersten Sprechfunk-Geräte.

1971 legte der stellv. Gemeindebrandmeister Heinrich Bomhoff sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Dietrich Drücker. Am 08. Dezember 1973 erfolgt die offizielle Übergabe eines Tanklöschfahrzeuges (TLF 8) und eines erneuertes Gerätehauses (Ausbau des Dachbodens für Ausbildungszwecke in Eigenarbeit).

 

Bis heute

Nach der im Jahre 1974 erfolgten Zusammenlegung der bisher selbständigen Gemeinden Kirchweyhe, Leeste und Sudweyhe zur Einheitsgemeinde Weyhe ist die Freiwillige Feuerwehr Sudweyhe nun als Ortsfeuerwehr Teil der Gemeindefeuerwehr Weyhe.

26. März 1977 Feier zum 75jährigen Bestehen der Feuerwehr Sudweyhe. 

Am 4. September 1977 erfolgt die Gründung der Jugendfeuerwehr Sudweyhe. Erster Jugendfeuerwehrwart ist Hartmut Stehmeier.

Im Jahre 1979 erhielt die Feuerwehr Sudweyhe ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8). Das im Jahre 1960 beschaffte alte Fahrzeug hatte ausgedient – die Vorbaupumpe konnte nicht mehr repariert werden und die Motorleistung von 55 PS reichte für die Aufgaben nicht mehr aus.

In diesem Jahr entstand auch folgende Aufnahme mit altem und neuem LF 8:

Von links: Gerd Wittrock, Artur Fredrich, Hans-Heinrich Rendigs, Werner Knief, Siegfried Wohlers, Harald Esfeld, Dieter Finkenberg

Hartmut Stehmeier, der bewährte Jugendfeuerwehrwart der ersten Stunde, wechselte 1981 seinen Wohnort, so dass er fortan sein Amt nicht mehr ausüben konnte. An seine Stelle trat Horst Lüers, der diese Aufgabe übernahm und die Jugendarbeit weiterführte.

Im März 1983 trat nach 28jähriger Tätigkeit als Gemeinde- bzw. Ortsbrandmeister Heinrich Wittrock von seinem Amt zurück. Als sein Nachfolger wurde Walter Nottbusch gewählt. Heinrich Wittrock übernahm die Betreuung der Alterskameraden in der Gemeinde Weyhe, den jetzigen Kameradschaftsbund ehemaliger aktiver Feuerwehrangehöriger.

1986 legte Dietrich Drücker sein Amt als stellvertretener Ortsbrandmeister nach 17jähriger Tätigkeit nieder. Sein Nachfolger wurde Gerd Wittrock.

Am 1. September 1990 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus in einer feierlichen Stunde übergeben werden. Die mehrfach festgestellten baulichen Mängel in den Abmessungen des alten Gerätehauses durch den Gemeinde-Unfallversicherungs-Verband machten den Neubau notwendig.

1988 übergab der Jugendfeuerwehrwart Horst Lüers sein Amt an Ralf Locker, um auf Gemeindeebene als stellvertretener Gemeindejugendfeuerwehrwart tätig zu werden. 1992 übernahm Horst Lüers die Aufgaben des Gemeidejugendfeuerwehrwartes nach dem Rücktritt von Michael Hohnhorst.

Durch seinen Umzug in die Nachbargemeinde legte 1993 Ralf Locker sein Amt als Jugendfeuerwehrwart nieder. Sein Nachfolger wurde Matthias Eggers.

1996 legt Gerd Wittrock sein Amt als stellvertretener Ortsbrandmeister nieder, um auf Gemeindeebene als Gemeindebrandmeister tätig zu werden. Sein Nachfolger wird Folkard Wittrock.

1998 kann die Feuerwehr Sudweyhe gleich zwei Ereignisse würdigen respektive feiern. Der bisherige Ortsbrandmeister Walter Nottbusch legt aus Altersgründen sein Amt nieder und wird durch Folkard Wittrock abgelöst. Der neue stellvertretene Ortsbrandmeister wird Hugo Meyer. Gleichzeitig bekommt die Wehr zwei neue Fahrzeuge; ein Gerätewagen Meßtechnik und Umweltschutz (GW-Meß) und ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8).

Im Frühjahr 2002 wird das neue Tanklöschfahrzeug 16 / 24 mit Truppbesatzung von der Firma Ziegler ausgeliefert und umgehend in Dienst gestellt.

Im August 2002 feiert die Freiwillige Feuerwehr Sudweyhe ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Kommersabend im Gasthaus Voßmeyer, Sudweyhe. Auch die Jugendfeuerwehr feiert in diesem Jahr ein Jubiläum, sie wird 25 Jahre alt. Zur Feier richtet die Feuerwehr den Nordkreispokal aus, anschließend findet eine große Feier mit den Bürgern des Ortes in der Aula der Grundschule statt. Im selben Jahr übernimmt Jörn Wittrock die Leitung der Jugendfeuerwehr, sein Vorgänger Matthias Eggers konzentriert sich auf die Arbeit als Gemeindejugendfeuerwehrwart.